Film

Kollaborative Assemblagen - Feministische Praktiken im Experimentalfilm und -video der 80er Jahre Wien / Hamburg / Berlin

Ursula Pürrer, Ashley Hans Scheirl, Im Garten der gelben G., 1985, Standbild; © Ursula Pürrer, Ashley Hans Scheirl, Sixpack, Wien

Kollaborative Assemblagen ist eine vierteilige Reihe von Filmabenden mit Experimentalfilmen, die unterschiedlichen Facetten feministischer, kollaborativer Arbeitsweisen in den 1970er und 1980er Jahren nachspürt – Arbeitsweisen, die existenziell für die im Experimentalfilm tätigen Frauen* waren. Die Episoden widmen sich den Experimentalfilmszenen in den Städten Wien, Hamburg und Berlin.

Kollaborative Assemblagen richtet den Fokus auf Gefüge von Praktiken, die es Frauen* ermöglichten, selbstbewusster, versierter und – was besonders wichtig ist – in immer größerer Anzahl in den Experimentalfilmszenen der 1980er Jahre aufzutreten. Es geht um verschiedene Initiativen, Zusammenschlüsse, offizielle wie inoffizielle Gruppen. Der Austausch von Wissen über Technik, filmische Methoden und ästhetische Formen sowie der Zugang zur Technik waren essenzielle Anliegen. Es ging aber auch darum, sich gegenseitig zu motivieren und beim Filmen zu helfen. Die Initiativen boten zudem eine Bühne für (queer)feministischen Aktivismus und selbstbestimmte Kulturproduktion.

 

Diese oft freundschaftlich geprägten kollaborativen Assemblagen nahmen keine einheitliche Form an und  bewegten sich zwischen spontanen Zusammenschlüssen und stärker organisierten Strukturen. Beispielsweise traten sie als selbst gemachte Bedienungsanleitungen für die Benutzung einer bestimmten Kamera, als gemeinschaftliche Nutzung von Equipment, als unterstützendes Gespräch, als gemeinsames Filmprojekt oder als Filmwerkstatt in Erscheinung. In ihren vielfältigen Formen hatten sie die Wirkung, den Experimentalfilmbereich zu dekonstruieren und neue Aktivitätsräume für Frauen* zu erschließen. Die einzelnen Assemblagen hatten unterschiedliche Lebensdauern und nur wenige haben ihre eigenen Aktivitäten dokumentiert. Meist sind sie nur mündlich durch Zeitzeug*innen überliefert, was auf die Fragilität dieses Wissens hindeutet.

In vier Filmabenden wird eine Auswahl von Experimentalfilmen und -videos präsentiert, die innerhalb solcher kollaborativen Assemblagen entstanden sind. Die Beispiele stammen aus Wien, Hamburg und Berlin. Jeder Abend ist einer Stadt gewidmet und wird von Diskussionen mit den Filmemacher*innen begleitet.

24.09.2026, 19:00 Uhr
Kollaborative Assemblagen / Berlin
MONIKA FUNKE STERN / PROJEKTGRUPPE AMA-ZONE
In dieser Ausgabe von Kollaborative Assemblagen werfen wir einen Blick auf Berlin. In den 80er Jahren bildete sich an der Hochschule der Künste (heute UdK) eine Fraueninitiative. In dieser war die Filmemacherin und damalige Dozentin an der HDK Monika Funke Stern aktiv. Ihr war es wichtig, dass ihre Studierenden Filme von weiblichen Filmemacher_innen kennenlernen, und sie ermutigte sie auch, selbst die Kamera in die Hand zu nehmen und zu filmen. So entstand unter anderem das Filmprojekt AMA Zone, in dem einzelne Studierende eine Episode eines gemeinsamen Films konzipieren und verwirklichen sollten. An diesem Abend dreht sich alles um kollaborative Filmprojekte.

PROGRAMM
Monika Funke Stern, Netze, 1978, 16 mm (digitalisiert), 7 Min.
Monika Funke Stern, Gerda Leopold, Unding Undine, 1981, 16 mm (digitalisiert), 15 Min.
Ausschnitte aus dem AMA Zone Filmprojekt: Roswitha Baumeister, AMA Zone 2, 1982, Super 8 (digitalisiert), 10 Min.
Julia von Randow, Dagmar Schuricht, AMA Zone 3, 1982, Super 8 (digitalisiert), 13 Min.
Monika Funke Stern, Im Ernstfall nicht verfügbar, 1983, 16 mm (digitalisiert), 15 Min.
Gästinnen: Roswitha Baumeister, Monika Funke Stern, Julia von Randow

Filmprogramm mit englischen Untertiteln
Gespräch in deutscher Sprache

Die Reihe ist eine Kooperation zwischen dem Künstlerhaus Bethanien und attaque[e]r le visible und wird von Lawinia Rate kuratiert.