No Future Future!
Thematische Gruppenausstellung, Kuratorin: Lydia Karstadt
mit Claudia Christoffel, Stefan Demming, Veronika Dobers, Brezel Göring, Manfred Kirschner, Kirsty Kross, Gabriele Regiert und Ole Wulfers
Eröffnung am Sa. 30. Mai, um 19 Uhr mit Performance von Brezel Göring: Feier für eine sehr schmutzige und demolierte Zukunft
Weitere Performances am Sa. 6. Juni um 19 Uhr, Kirsty Kross: Greige Rage
und Samstag 20. Juni um 19 Uhr, Veronika Dobers: Gesang des Großen Enttäuschten
Die Ausstellung untersucht in einer Feldforschung, künstlerische Reflektion von aktuellen Zukunftsängsten und Stimmungen in diskursiver Form in einem Ausstellungssalon. Die mit der New Wave/ Punk Parole „No Future“ verbundenen, persönlichen wie künstlerischen Wirkungen in der Jetzt-Zeit.
Die in den frühen 80ger Jahren populäre Parole der Gegenkultur; „No Future!“ war ein provozierendes Statement des Punks. Ihre seherische Warnung hat sich jetzt, in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends gezeigt. Die in wissenschaftlichen Voraussagen benannten Problemkomplexe; der Umweltverschmutzung, des fortschreitenden Artensterbens, der Überbevölkerung und der aggressiven Ausbeutung des Planeten bestehen unverändert oder haben durch den Klimawandel und die Rückkopplung dynamischer Prozesse wie zum Beispiel dem Eis-Albedo- Effekt eine drastische Dringlichkeit erreicht. Neue Regierungen und autokratische Herrscher scheinen das Wissen und die Erkenntnis dieser bedrohlichen Probleme auszublenden. Zudem sind wir durch zahlreiche Konflikte und Kriege bedroht. Der Glaube an ein Umdenken, ein solidarisches Einlenken einer zusammen agierenden Welt Gemeinschaft zur Rettung unserer Biosphäre erscheint angesichts von Kriegen und weiteren Konflikten immer unrealistischer.
Im Vorstellungsbereich der Assoziationen des „No Future“ evozieren sich vielfältige Szenarien, eines Unterganges, durch Kriege und/oder dem Zusammenbruch der Ökosysteme, die eine Zukunft der Menschheit beenden wird. Die Worte erscheinen damit plötzlich in erschreckender, unerwarteter Weise vollkommen realistisch.
„No Future Future“ möchte untersuchen mit welchen Vorstellungen und Strategien aktuelle Positionen von Künstler*innen in Hinblick auf diese Zukunftsbilder reagieren und arbeiten. Welche Vorstellungen haben wir von unserer Zukunft? Was können wir in der Kunst tun? Wie zeigt sich der Wunsch nach Veränderung? Wie kann künstlerische Arbeit der Problematik begegnen? Durch Aktionen und interaktive Performances werden die Vorstellungen der Besuchenden reflexiver Teil der Ausstellung.
geöffnet: donnerstags, 14-19 Uhr und gerne nach Vereinbarung