Z1binärWein | Ein künstlerisches Forschungsprojekt - zu den Resten des Z1 - auf einem Weinberg in Berlin Kreuzberg
Eine der bedeutendsten Erfindungen des 20. Jahrhunderts entstand 1936–38 in Berlin: der Z1 von Konrad Zuse, der als erster Computer der Welt gilt. Er stand in der Methfesselstraße in Kreuzberg und wurde 1944 bei einem Bombenangriff zerstört. Mikroreste des Z1werden noch heute im Boden vermutet.
Auf diesem Grundstück befindet sich inzwischen eine andere Berliner Besonderheit: ein Weinberg.
Die Logik des Computers verbindet die materielle (Hardware) und imaginäre Ebene (Software). Auf der Hardware-Ebene sehen wir Kabel, Schalter und Speicher; auf der Software-Ebene entstehen Zahlen, Texte, Bilder und virtuelle Welten. Eine ähnliche Dualität findet sich im Wein: Die Rebe wandelt Licht, Erde und Nährstoffe in Trauben. Aus deren Verarbeitung entsteht ein Getränk, das seit Jahrtausenden Wahrnehmung, Denken und Kultur beeinflusst.
Am Kreuzberger Weinberg treffen diese beiden Systeme aufeinander. Im Forschungsprojekt wird diese Verbindung mit LiFi-Technologieuntersucht. Anders als WiFi überträgt LiFi Informationen nicht per Funk, sondern über Licht – jenes Medium, das auch das Wachstum der Reben ermöglicht.
Im Forschungsprojekt werden die Weinpflanzen mit LiFi bestrahlt. Erforscht wird die digitale Kommunikation mittels der Weinpflanze zu den Resten des Z1 im Boden durch ihr Wurzelwerk und den Boden mycelen. Die Pflanzen antworten mit Trauben, die zu einembesonderen Wein gekeltert werden, der die Information über den Z1enthalten kann. Gesucht wird der letzte Rechenvorgang des Z1 vor der Detonation.
Programm:
9.7., 17:00 Uhr Führung durch den Weinberg
31.08., 19:00 Uhr Podiumsgespräch auf dem Weinberg
Um Anmeldung wird gebeten unter mgs@martingschicht.net
19.00 Uhr
öffentlicher Raum
Mehr zum Projekt: www.martingschicht.net/install/install2601.html