Zur Wohnungsfrage – historische und aktuelle Kämpfe ums Wohnen
Der Kapitalismus formt unseren Alltag nach Regeln des Profits. Diese Regeln schlagen sich insbesondere darin nieder, dass Wohnraum als Ware behandelt wird. Vermieter*innen profitieren davon, Wohnungen zu vermieten, wohingegen die Mieter*innen einen erheblichen Anteil ihres Einkommens dafür aufbringen müssen, jeden Monat ihre Miete zu bezahlen.
Kapitalistische Dynamiken ordnen die Stadt ständig neu, weil die Mieten steigen und es zur Verdrängung jener Menschen kommt, die sich die steigenden Mieten nicht mehr leisten können. Sie müssen in kleinere Wohnungen oder in andere Stadtteile umziehen, verlieren ihre Wohnung durch Zwangsräumung oder sie müssen sich von einer Zwischenmiete zur nächsten hangeln, um überhaupt einen Ort zum Leben zu haben.
Dieser Gegensatz hat mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert in Berlin zu Kämpfen um eine Stadt jenseits kapitalistischer Verwertungslogiken geführt. Sie dauern bis heute an. In diesen Kämpfen wurde um bezahlbare Mieten genauso gerungen wie um eine Stadt, die für alle da ist. Es wurde gestreikt, es wurden Häuser besetzt und es wurde für mehr Mitbestimmung, Vielfalt und alternative Lebensweisen sowie gegen rassistische Stadtpolitiken gekämpft und der öffentliche Raum wieder angeeignet.
Museum des Kapitalismus Berlin
Köpenicker Straße 17210997 Berlin
Sonderausstellung